Windstrom fließt in die Energiegemeinschaft
Seit 1. Oktober speist eine bestehende Windkraftanlage Strom in die Bürgerenergiegemeinschaft Traisental ein. Damit ist eingelöst, was im Partnerschaftsvertrag vom April als Zusage stand: Der Vorteil für die Herzogenburger:innen beginnt nicht erst, wenn der Windpark steht, sondern jetzt. Angemeldet wurde die Anlage am 30. September, gemeinsam mit den Projektpartnern ImWind und W.E.B.
Die Eckdaten des Starts
- 11 Cent je Kilowattstunde zahlen die Verbraucher:innen für den Windstrom
- zuerst verbraucht wird der regional erzeugte Strom aus den PV-Anlagen der Mitglieder und aus den Kleinwasserkraftwerken; nur die verbleibende Lücke wird aus der Windkraftanlage gedeckt
- wer Mitglied der Energiegemeinschaft Unteres Traisental ist, ist automatisch dabei und muss nichts tun
Zwei Gemeinschaften, die zusammenarbeiten
Die Konstruktion wirkt auf den ersten Blick kompliziert, folgt aber einer einfachen Logik. Die regionale Energiegemeinschaft Unteres Traisental ist auf das Einzugsgebiet des Umspannwerks Herzogenburg begrenzt und hat dafür deutlich niedrigere Netzkosten. Die Bürgerenergiegemeinschaft Traisental ist nicht an diese Grenze gebunden und kann Strom dorthin liefern, wo die regionale Erzeugung gerade nicht ausreicht.
In den dunklen Monaten liefert also die Windkraft, im Sommer tragen Photovoltaik und Wasserkraft. Genau deshalb ergänzen sich die beiden: Was die Region selbst erzeugt, wird zuerst verbraucht, und was fehlt, kommt aus dem Wind statt vom Markt.
Was der Preis bedeutet
Der Gestattungsvertrag legt keinen Fixbetrag fest, sondern eine Formel: Der Arbeitspreis, den ImWind der Energiegemeinschaft verrechnet, hängt am Referenzpreis der EAG-Marktprämienverordnung. Am Tag der Unterfertigung waren das 10,00 Cent je Kilowattstunde, zuzüglich Vermarktungs-, Netz- und Ausgleichsenergiekosten. Daraus ergeben sich die 11 Cent, die bei den Verbraucher:innen ankommen.
Der Vergleich mit dem Markt ist der Punkt. Wer in den letzten Jahren eine Stromrechnung aufgemacht hat, weiß, was ein planbarer Preis wert ist. Und weil der Windstrompreis langfristig stabil bleibt, wächst der Vorteil mit jedem Inflationsjahr.
Wie man mitmacht
Der Weg hinein führt über die regionale Energiegemeinschaft, nicht über die Bürgerenergiegemeinschaft:
- Wer schon Mitglied der Energiegemeinschaft Unteres Traisental ist, wird automatisch in die BEG Traisental aufgenommen. Eine zusätzliche Anmeldung gibt es nicht.
- Alle anderen melden sich zuerst bei der Energiegemeinschaft Unteres Traisental an. Anleitung und Formular auf energie-traisental.at.
- Fragen zur Bürgerenergiegemeinschaft selbst beantwortet die BEG Traisental auf beg-traisental.at.
Wer Fragen hat, ruft uns einfach an, wir gehen das gemeinsam durch. Besonders wichtig ist uns, dass auch die Herzogenburger:innen mitmachen können, denen so ein Online-Formular sonst im Weg steht. Florian Motlik ist unter 0660 8131029 und [email protected] erreichbar.
Warum wir das verhandelt haben
Eine Energiegemeinschaft, die Herzogenburg selbst etwas bringt, war unsere Bedingung von Anfang an. Wenn hier Windräder stehen, soll nicht nur ein Unternehmen daran verdienen. Florian Motlik hat das Thema über ein Jahr durch den Ausschuss für Raumordnung und Bürger:innenbeteiligung geführt; den Vertrag selbst hat der Gemeinderat am 27. April mit 19 zu 8 Stimmen beschlossen.
Dass die Konstruktion am Ende so gut dasteht, liegt auch an Christian Hofmann von der Energiegemeinschaft Unteres Traisental und der BEG Traisental. Seine Erfahrung mit Energiegemeinschaften in ganz Niederösterreich ist in die Vertragsgestaltung eingeflossen.
Jedes Jahr, in dem saubere Energie nicht ins Netz geht, ist ein fossiles Jahr. Deshalb zählt dieser 1. Oktober. Nicht weil der Windpark fertig wäre, sondern weil der Strom schon jetzt dort ankommt, wo er ankommen soll.
Die Grünen Herzogenburg
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