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21.05.2026 Gemeinde-News

Die Äcker bleiben

Acker, Feldweg und Hecke in der Herzogenburger Flur
Die Äcker bleiben

Die geplante Flurbereinigung zwischen Oberndorf und dem Kölbling kommt nicht. Die Agrarbezirksbehörde hat das Verfahren eingestellt, weil die notwendige Zustimmung der Grundeigentümer:innen nicht erreicht wurde. Rund 400 Hektar Äcker, Feldwege, Böschungen und Rückzugsräume bleiben damit so, wie sie sind.

Die Zahlen

Für ein solches Verfahren gelten zwei Schwellen, und beide wurden deutlich verfehlt:

  • nötig: 55 Prozent der Eigentümer:innen — zugestimmt haben 23 Prozent
  • nötig: 55 Prozent der Fläche — zugestimmt haben Eigentümer:innen von 38 Prozent

Das ist keine knappe Entscheidung, sondern ein deutliches Ergebnis.

Worum es ging

Eine Kommassierung fasst kleine, verstreute Grundstücke zu größeren, regelmäßigen Feldern zusammen. Wirtschaftlich ist das für Landwirt:innen nachvollziehbar: größere Flächen lassen sich mit modernen Maschinen effizienter bewirtschaften.

Der Preis dafür wäre allerdings hoch gewesen. Aus einer historisch gewachsenen, kleinstrukturierten Landschaft wären planierte Raster geworden. Was dabei verschwindet, sind genau jene Strukturen, die in einer ausgeräumten Agrarlandschaft fehlen: Raine, Hecken, Böschungen, schmale Wege — die letzten Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen, und zugleich das, was Wasser bei Starkregen bremst.

Was wir gefordert haben

Franz Gerstbauer hat das Thema für uns bearbeitet und unsere Position schon Anfang 2025 öffentlich formuliert: Wir stellen uns nicht grundsätzlich gegen eine Flurplanung, sondern knüpfen sie an zwei Bedingungen.

Erstens: Der ökologische Zustand, der heute schon fragwürdig ist, hätte sich verbessern müssen, nicht verschlechtern. Zweitens: Der Schutz der Siedlungen vor Hochwasser hätte mitgedacht werden müssen. Die enormen Schäden des Jahres 2024 sollten Warnung genug sein.

Dass die Planungen ein dreißigjähriges Hochwasser berücksichtigen, war ein Ansatz. Genügt hat es den Eigentümer:innen offensichtlich nicht.

Wie es weitergeht

Kleinere, gezielte Zusammenlegungen können unabhängig vom gescheiterten Großverfahren weiterlaufen. Das halten wir für den besseren Weg: dort zusammenlegen, wo es konkret Sinn ergibt, statt 400 Hektar über einen Kamm zu scheren.

Was jetzt gebraucht wird, ist ein Gespräch zwischen allen Betroffenen mit dem Ziel, dass Landwirtschaft, Grundeigentum, Ökologie und Anrainer:innen gleichermaßen etwas davon haben. Das Ergebnis dieser Abstimmung ist dafür kein Schlusspunkt, sondern ein Anfang.

Und es zeigt etwas, das man festhalten sollte: Wenn Menschen gefragt werden und die Frage tatsächlich in ihrer Hand liegt, dann entscheiden sie sehr wohl — und oft zugunsten dessen, was gewachsen ist.

Die Grünen Herzogenburg

Dieser Beitrag stammt von den Grünen Herzogenburg. Auf unserer Seite findest du unser Team, unsere Schwerpunkte und alle weiteren Artikel aus der Gemeinde.

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