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11.07.2026 Gemeinde-News

Stellungnahmen der Grünen Liste Maria Lanzendorf

Symbolfoto

Stellungnahmen der Grünen Liste Maria Lanzendorf zu den geplanten riesigen Rechenzentren in Leopoldsdorf -Kurzfassung

Vorab: Es ist aktuell noch nichts beschlossen, aber im Hintergrund dürften schon seit Längerem konkrete Verhandlungen mit dem Betreiber/den Betreibern geführt werden. Anders ist es nicht zu erklären, dass in der Gemeindezeitung von Leopoldsdorf berichtet wird, dass einmalig 9.000.000€ an die Gemeinde fließen werden. Auch über eine Kommunalsteuereinnahme in Höhe von 120.000€ wird berichtet– eine sehr niedrige Kommunalsteuer-Einnahme für eine Fläche von fast 9 ha.

 

Worum geht es in den Stellungnahmen: Die Marktgemeinde Leopoldsdorf plant die Umwidmung zweier Flächen (MAN Straße, Maria Lanzendorfer Straße) in Bauland Sondergebiet „Rechenzentrum“ sowie die Erhöhung zulässiger Gebäudehöhen.

 

Zentrale Kritikpunkte und Forderungen

  • Unvollständige Unterlagen: Es fehlen ein Schallgutachten, ein Wärmeemissionsgutachten und konkrete Angaben zur Anschlussleistung und zur nachhaltigen Stromversorgung.
  • Abwärme Konzept fehlt: Es gibt keine belastbaren Konzepte, wie die enorme Abwärmemenge der Rechenzentren tatsächlich genutzt oder sinnvoll eingebunden werden soll.
  • Auswirkung auf Landschaftsbild: Die Nähe der geplanten Bauten zum Siedlungsgebiet und die geplante Erhöhung der Gebäudehöhe (bis zu 25 m) werden als erheblich landschaftsbildprägend und störend bewertet; eine Sichtachsenanalyse und Rücknahme der Höhenforderungen werden gefordert.
  • Notstromaggregate und Emissionen: Angaben zu Leistung, Testläufen und Emissionen der Notstromaggregate fehlen; es wird eine Ausbreitungsrechnung für NO₂ und Feinstaub verlangt.
  • UVP Fragestellung: Aufgrund der Größe und der technischen Ausstattung (insbesondere Notstromaggregate) wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) als möglich bzw. wahrscheinlich angesehen und ein UVP Feststellungsverfahren gefordert.

 

Wörtliche Kernaussagen aus den Stellungnahmen

  • „Die geplante Widmung Bauland Sondergebiet Rechenzentrum ist ohne schalltechnische und wärmetechnische Gutachten nicht beurteilbar.“
  • „Eine UVP Pflicht kann auf Basis der Größe der Notstromaggregate nicht ausgeschlossen werden.“

 

Unser Fazit: die Unterlagen sind unvollständig und nicht entscheidungsreif.

 

Vor einer Widmungsänderung sollen die geforderten Gutachten, ein klares Abwärme Nutzungskonzept, Nachweise zur nachhaltigen Energieversorgung sowie verbindliche Angaben zu Lärm- und Emissionswirkungen vorgelegt werden.

Medienmitteilung vom 10.8.2026

Zur sofortigen Veröffentlichung

 

Geplantes Mega-Rechenzentrum in Leopoldsdorf: Grüne Liste Maria Lanzendorf warnt vor

“Geheimniskrämerei” und fordert Klärung zu Lärm, Abwärme und Landschaftsbild

 

Maria Lanzendorf, 31. Juli 2026 – Die geplante Ansiedlung eines Groß-Rechenzentrums auf

einer Fläche von fast neun Hektar in Leopoldsdorf sorgt in der unmittelbaren

Nachbargemeinde Maria Lanzendorf (MALA) für erhebliche Bedenken. Trotz offenbar weit

fortgeschrittener Verhandlungen und in Aussicht gestellter Einmalzahlungen von neun

Millionen Euro an die Gemeindekasse fehlen bis heute zentrale Gutachten zu den

Umweltauswirkungen. Die Grüne Liste Maria Lanzendorf kritisiert das Vorgehen scharf und

fordert Transparenz sowie verlässliche Prüfungen, bevor unumkehrbare Tatsachen

geschaffen werden.

 

Fehlende Gutachten bei Dauerlärm und Schadstoffen

 

Rechenzentren laufen im 24/7-Dauerbetrieb. Bis dato liegen jedoch keinerlei

schalltechnische Gutachten vor, die Aufschluss über die Lärmbelastung durch Kühlanlagen,

Ventilatoren oder tieffrequenten Schall (Infraschall) auf das nahegelegene Siedlungsgebiet

von Maria Lanzendorf geben. Zudem fehlt eine fundierte Ausbreitungsrechnung für Lärm- und

Schadstoffemissionen (wie NO2 und Feinstaub), die beim wöchentlichen Testbetrieb der

riesigen Notstromaggregate entstehen. Ob aufgrund der enormen Brennstoffwärmeleistung

dieser Aggregate zumindest „indirekt“ eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)

erforderlich ist, wurde bislang nicht geklärt.

 

Enorme Abwärme ohne Nutzungskonzept

 

Ein Kernpunkt der Kritik betrifft die Klimawandelanpassung: Die gigantischen Strommengen,

die von den geplanten Rechenzentren benötigt werden (200 MW in der Endausbaustufe –

das ist deutlich mehr als das Donaukraftwerk Wien Freudenau produziert), verwandeln sich

fast vollständig in Wärme. Bislang gibt es kein belastbares Konzept, wie diese enormen

Abwärmemengen genutzt werden sollen. „Für ein Projekt dieser Größenordnung ohne

echtes Wärmenutzungskonzept eine Widmung zu erteilen, widerspricht den Zielen der

Klimapolitik und den Vorgaben des NÖ Raumordnungsgesetzes“, so die Befürchtungen der

Grünen. Eine Widmung darf erst erfolgen, wenn eine relevante Menge der Abwärme

sichergestellt ist.

 

„Rechenzentren ohne Abwärmenutzung sind Mahnmäler der Energieverschwendung“ bringt

es Dr. Christoph Lampert, Obmann der Grünen auf den Punkt.

 

Massiver Eingriff in das Landschaftsbild

 

Auch die optischen Folgen für die Nachbargemeinde sind enorm: Geplant ist eine

Gebäudehöhe von 25 Metern bei einer Länge von über 300 Metern des an MALA

angrenzenden Teilprojektes. Dies stellt einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild und die

bestehenden Sichtachsen von Maria Lanzendorf aus dar. Gefordert werden daher

verbindliche Sichtachsenanalysen, die Rücknahme der Gebäudehöhen sowie strenge

Auflagen für Freiflächen, PV-Pflichten und Baumpflanzungen.

 

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Rechenzentren, aber gegen vorschnelle Entscheidungen

ohne Prüfung der Folgen für Mensch und Natur. Es braucht vollständige Gutachten und echte

Bürgerbeteiligung – auch für die betroffenen Nachbargemeinden. Wir wollen, dass

technischer Fortschritt und Klimaschutz Hand in Hand gehen und dass die Lebensqualität

unserer Gemeinde geschützt bleibt“, fordert die Grüne Liste Maria Lanzendorf.

 

Über die Grüne Liste Maria Lanzendorf:

 

Die Grüne Liste Maria Lanzendorf setzt sich für eine nachhal0ge Kommunalpoli0k,

transparentes Handeln der Behörden sowie den Schutz von Umwelt und Lebensqualität in

der Region ein.

 

Pressekontakt:

 

Grüne Liste Maria Lanzendorf

E-Mail: [email protected]

Tel: 0650 9200 795

Vollständige Version der Stellungnahmen als Download

  • Stellungnahme zur Änderung des Bebauungsplans

  • Stellungnahme zur Änderung des Raumordnungsprogramms Leopoldsdorf

Kundmachung der Marktgemeinde Leopoldsdorf

  • 18. Änderung des Bebauungsplanes

  • 18. Änderung des örtlichen Raumordnungsprogrammes

Bild von Christoph Lampert
Dr. Christoph Lampert

Vizebürgermeister

Sprechstunde am Gemeindeamt: Mo. von 8:30 – 10:00 u. nach Vereinbarung

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