Stellungnahmen der Grünen Liste Maria Lanzendorf
Stellungnahmen der Grünen Liste Maria Lanzendorf zu den geplanten riesigen Rechenzentren in Leopoldsdorf -Kurzfassung
Vorab: Es ist aktuell noch nichts beschlossen, aber im Hintergrund dürften schon seit Längerem konkrete Verhandlungen mit dem Betreiber/den Betreibern geführt werden. Anders ist es nicht zu erklären, dass in der Gemeindezeitung von Leopoldsdorf berichtet wird, dass einmalig 9.000.000€ an die Gemeinde fließen werden. Auch über eine Kommunalsteuereinnahme in Höhe von 120.000€ wird berichtet– eine sehr niedrige Kommunalsteuer-Einnahme für eine Fläche von fast 9 ha.
Worum geht es in den Stellungnahmen: Die Marktgemeinde Leopoldsdorf plant die Umwidmung zweier Flächen (MAN Straße, Maria Lanzendorfer Straße) in Bauland Sondergebiet „Rechenzentrum“ sowie die Erhöhung zulässiger Gebäudehöhen.
Zentrale Kritikpunkte und Forderungen
- Unvollständige Unterlagen: Es fehlen ein Schallgutachten, ein Wärmeemissionsgutachten und konkrete Angaben zur Anschlussleistung und zur nachhaltigen Stromversorgung.
- Abwärme Konzept fehlt: Es gibt keine belastbaren Konzepte, wie die enorme Abwärmemenge der Rechenzentren tatsächlich genutzt oder sinnvoll eingebunden werden soll.
- Auswirkung auf Landschaftsbild: Die Nähe der geplanten Bauten zum Siedlungsgebiet und die geplante Erhöhung der Gebäudehöhe (bis zu 25 m) werden als erheblich landschaftsbildprägend und störend bewertet; eine Sichtachsenanalyse und Rücknahme der Höhenforderungen werden gefordert.
- Notstromaggregate und Emissionen: Angaben zu Leistung, Testläufen und Emissionen der Notstromaggregate fehlen; es wird eine Ausbreitungsrechnung für NO₂ und Feinstaub verlangt.
- UVP Fragestellung: Aufgrund der Größe und der technischen Ausstattung (insbesondere Notstromaggregate) wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) als möglich bzw. wahrscheinlich angesehen und ein UVP Feststellungsverfahren gefordert.
Wörtliche Kernaussagen aus den Stellungnahmen
- „Die geplante Widmung Bauland Sondergebiet Rechenzentrum ist ohne schalltechnische und wärmetechnische Gutachten nicht beurteilbar.“
- „Eine UVP Pflicht kann auf Basis der Größe der Notstromaggregate nicht ausgeschlossen werden.“
Unser Fazit: die Unterlagen sind unvollständig und nicht entscheidungsreif.
Vor einer Widmungsänderung sollen die geforderten Gutachten, ein klares Abwärme Nutzungskonzept, Nachweise zur nachhaltigen Energieversorgung sowie verbindliche Angaben zu Lärm- und Emissionswirkungen vorgelegt werden.
Medienmitteilung vom 10.8.2026
Zur sofortigen Veröffentlichung
Geplantes Mega-Rechenzentrum in Leopoldsdorf: Grüne Liste Maria Lanzendorf warnt vor
“Geheimniskrämerei” und fordert Klärung zu Lärm, Abwärme und Landschaftsbild
Maria Lanzendorf, 31. Juli 2026 – Die geplante Ansiedlung eines Groß-Rechenzentrums auf
einer Fläche von fast neun Hektar in Leopoldsdorf sorgt in der unmittelbaren
Nachbargemeinde Maria Lanzendorf (MALA) für erhebliche Bedenken. Trotz offenbar weit
fortgeschrittener Verhandlungen und in Aussicht gestellter Einmalzahlungen von neun
Millionen Euro an die Gemeindekasse fehlen bis heute zentrale Gutachten zu den
Umweltauswirkungen. Die Grüne Liste Maria Lanzendorf kritisiert das Vorgehen scharf und
fordert Transparenz sowie verlässliche Prüfungen, bevor unumkehrbare Tatsachen
geschaffen werden.
Fehlende Gutachten bei Dauerlärm und Schadstoffen
Rechenzentren laufen im 24/7-Dauerbetrieb. Bis dato liegen jedoch keinerlei
schalltechnische Gutachten vor, die Aufschluss über die Lärmbelastung durch Kühlanlagen,
Ventilatoren oder tieffrequenten Schall (Infraschall) auf das nahegelegene Siedlungsgebiet
von Maria Lanzendorf geben. Zudem fehlt eine fundierte Ausbreitungsrechnung für Lärm- und
Schadstoffemissionen (wie NO2 und Feinstaub), die beim wöchentlichen Testbetrieb der
riesigen Notstromaggregate entstehen. Ob aufgrund der enormen Brennstoffwärmeleistung
dieser Aggregate zumindest „indirekt“ eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
erforderlich ist, wurde bislang nicht geklärt.
Enorme Abwärme ohne Nutzungskonzept
Ein Kernpunkt der Kritik betrifft die Klimawandelanpassung: Die gigantischen Strommengen,
die von den geplanten Rechenzentren benötigt werden (200 MW in der Endausbaustufe –
das ist deutlich mehr als das Donaukraftwerk Wien Freudenau produziert), verwandeln sich
fast vollständig in Wärme. Bislang gibt es kein belastbares Konzept, wie diese enormen
Abwärmemengen genutzt werden sollen. „Für ein Projekt dieser Größenordnung ohne
echtes Wärmenutzungskonzept eine Widmung zu erteilen, widerspricht den Zielen der
Klimapolitik und den Vorgaben des NÖ Raumordnungsgesetzes“, so die Befürchtungen der
Grünen. Eine Widmung darf erst erfolgen, wenn eine relevante Menge der Abwärme
sichergestellt ist.
„Rechenzentren ohne Abwärmenutzung sind Mahnmäler der Energieverschwendung“ bringt
es Dr. Christoph Lampert, Obmann der Grünen auf den Punkt.
Massiver Eingriff in das Landschaftsbild
Auch die optischen Folgen für die Nachbargemeinde sind enorm: Geplant ist eine
Gebäudehöhe von 25 Metern bei einer Länge von über 300 Metern des an MALA
angrenzenden Teilprojektes. Dies stellt einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild und die
bestehenden Sichtachsen von Maria Lanzendorf aus dar. Gefordert werden daher
verbindliche Sichtachsenanalysen, die Rücknahme der Gebäudehöhen sowie strenge
Auflagen für Freiflächen, PV-Pflichten und Baumpflanzungen.
„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Rechenzentren, aber gegen vorschnelle Entscheidungen
ohne Prüfung der Folgen für Mensch und Natur. Es braucht vollständige Gutachten und echte
Bürgerbeteiligung – auch für die betroffenen Nachbargemeinden. Wir wollen, dass
technischer Fortschritt und Klimaschutz Hand in Hand gehen und dass die Lebensqualität
unserer Gemeinde geschützt bleibt“, fordert die Grüne Liste Maria Lanzendorf.
Über die Grüne Liste Maria Lanzendorf:
Die Grüne Liste Maria Lanzendorf setzt sich für eine nachhal0ge Kommunalpoli0k,
transparentes Handeln der Behörden sowie den Schutz von Umwelt und Lebensqualität in
der Region ein.
Pressekontakt:
Grüne Liste Maria Lanzendorf
E-Mail: [email protected]
Tel: 0650 9200 795
Vollständige Version der Stellungnahmen als Download
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Stellungnahme zur Änderung des Bebauungsplans
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Stellungnahme zur Änderung des Raumordnungsprogramms Leopoldsdorf
Kundmachung der Marktgemeinde Leopoldsdorf
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18. Änderung des Bebauungsplanes
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18. Änderung des örtlichen Raumordnungsprogrammes