Radverkehr: "Offensive" geht anders
Die Grünen Wiener Neustadt begrüßen zwar einzelne Verbesserungen der neuen Radverkehrsstrategie 2026, sehen insgesamt aber weiterhin keine klare Vision für die Mobilität der Zukunft. Verzögerungen, Nachbesserungen und selbst verursachte Lücken würden den Radwegebau in Wiener Neustadt seit Jahren prägen.
Positiv bewerten die Grünen unter anderem den Lückenschluss entlang der Aspanger Zeile, zusätzliche Radüberfahrten sowie den Ausbau des nextbike-Systems. Gleichzeitig kritisieren sie jedoch, dass viele Projekte verspätet, unkoordiniert oder nur abschnittsweise umgesetzt werden.
Wohlfahrtgasse
Hier wird seit Jahren umgebaut und nachgebessert, ohne dass ein klares Gesamtkonzept erkennbar sei. „Die Wohlfahrtgasse bleibt wohl bis zur nächsten Gemeinderatswahl eine Baustelle. Das häppchenweise Vorgehen wirft auch die Frage auf, ob eine gesamtheitliche Planung und Umsetzung nicht günstiger wäre“, so Gemeinderat Michael Diller-Hnelozub.
Auch bei der Aspanger Zeile habe die Stadt zuerst die Fertigstellung der Bahnunterführung abgewartet, bevor überhaupt mit der Planung des anschließenden Radwegs begonnen wurde. Ähnlich sei die Situation beim Alten Stadion und dem Doppel-Kreisverkehr bei der Merkur City: Erst Jahre nach Fertigstellung werde nun über eine sichere Einbindung des Radverkehrs aus der Bierenz-Gasse nachgedacht.
Rucksack aus Vorjahres-"Offensiven"
Kritisch sehen die Grünen außerdem die fehlende Umsetzung der Neugestaltung des Hochstetter-Platzes und der Nestroystraße mit sicheren Radwegen und Tempo 30. Auch die Absage bereits geplanter Maßnahmen in der Ungargasse und der Kollonitschgasse schade der Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs.
Die angekündigten Investitionen von rund 620.000 Euro seien zudem wenig ambitioniert. Vorreiter Städte gleicher Größe investieren bis zu 1 Million Euro und schaffen es damit bereits auf durchgehende Hauptradrouten, baulich getrennte Radwege und Verkehrsberuhigung zu setzen, während in Wiener Neustadt weiterhin Mischwege und punktuelle Einzelmaßnahmen dominieren. Damit bleibt Radfahren in Wiener Neustadt nicht ungefährlich, die Maßnahmen ein Flickwerk.
Fazit
Die Grünen fordern daher einen öffentlich einsehbaren Radverkehrs-Masterplan, ein klares Hauptradwegenetz, sichere Radwege auf Hauptachsen sowie mehr Verkehrsberuhigung und bessere Verbindungen zu Bahn und Bus.
„Wiener Neustadt hat großes Potenzial für den Alltagsradverkehr. Aber dafür braucht es mehr als kleine Einzelmaßnahmen – es braucht endlich eine klare Vision“, so die Grünen Wiener Neustadt abschließend.