Einordnung des Projekts Grabengasse Museumsquartier
Einordnung des Projekts der Jeitler-Cincelli-Regierung Grabengasse Museumsquartier
- Die SPÖ wollte die Stadtpolizei in der Grabengasse ansiedeln.
- Die ÖVP wollte keinesfalls ein weiteres Museum – allen voran Carmen Jeitler-Cincelli
- Keine Partei der Jeitler-Cincelli-Regierung wollte ein innovatives Projekt als Leuchtturm für Kunst und feministische Forschung
- Vor einigen Monaten sollte die Feuerwehr Baden Stadt auf das Areal Frachtenbahnhof Pfaffstätten übersiedeln
- Die Stadt verfügt über zu wenig Archivflächen und hat gesetzlichen Auftrag
- Aufgrund der Kosten ist eine neue Ausstellung im Kaiserhaus seit Jahren ausgesetzt
- Das Kaiserhaus hat unbespielte Flächen im 2 OG und EG
- Immobilienvermögen soll verkauft werden: Welche weiß niemand? Am Kaiser-Franz-Ring oder gar das Rollettmuseum (vormals Rathaus Weikersdorf)
Was war die Grüne Strategie in der Regierung?
Ein modernes Feuerwehrhaus in der Fabriksgasse, das einen Mehrwert für die BadenerInnen bringt. Das gilt es zu verhandeln mit den BadenerInnen: Ob Kletterwand, Jugendprojekt, Probenräume für Bands und die Stadtkapelle oder anderes. Jedenfalls Feuerwehrhaus PLUS, weil in der Stadt keine Flächen vorhanden sind, ist ein Bauprojekt wie in anderen Gemeinden funktional gebündelt zu realisieren.
Um den Spagat zwischen Innovation mit dem Zentrum für Kunst und feministische Forschung UND Effizienzsteigerung im Finanzhaushalt (Personalbündelung, Kooperationen) zu bewerkstelligen, wurde die Übersiedelung von der Stadtbücherei von Architektin überprüft.
Das Ergebnis ist im Rathaus, bei der ÖVP und der Immobilien Baden GmbH bekannt:
Der Österreichische Büchereiverband (BVÖ) hat Zielstandards für Gemeinden. Jene mit 10.000 – 50.000 EinwohnerInnen sollen:
- 1-2 Medien pro EinwohnerIn haben
- 10% stets Erneuerungen im Angebot
- 32 Stunden an 5 Tagen offen haben
- 1 Arbeitsplatz /3000 EinwohnerInnen PC, Audio bzw. Internet
- 30 m²/ 1000 EinwohnerInnen
Für Baden ergibt das laut BVÖ mit ca. 25.900 HauptwohnsitzerInnen eine Fläche von mehr als 770 m².
Aktuell hat die Badener Bücherei Nutzfläche von 228 m² und 88 m² Büro, das macht 316 m².
Aktuell verfügt die Feuerwehr Baden über eine Nutzfläche von 820 m²
Eine Bücherei kann in einer Kulturstadt nicht weiter abgespeckt werden, wenn Baden nicht einmal 50% des Zielstandards heute erreicht. Und: inhaltlich muss sie ohnehin moderner werden, egal wie groß.
Die architektonische Prüfung der ehemaligen Stallungen (= Feuerwehr Grabengasse) in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt ergab, dass der Ausbau des Dachgeschosses kaum möglich ist. Lediglich ein Bereich von wenigen m² wurde definiert.
Was auch geprüft wurde, ist ein tw. Abbruch und Neubau, so eine neue Gesamtnutzfläche von ca 1000 m² möglich ist.
Offene Fragen
Was ist innovativ an dem Projekt Stadtbücherei mit Archiv?
Wie sollen neue Zielgruppen angesprochen werden und mit welchem Angebot?
Können beide Liegenschaften (Bücherei und Rollettmuseum) leergeräumt werden?
Sollen beide verkauft werden?
Gibt es eine Förderzusage vom Land für die neue Feuerwehr?
Wohin mit dem Archiv?
Fazit
Ohne veröffentlichtem Regierungsprogramm stolpert die Jeitler-Cincelli-Regierung chaotisch ins zweite Jahr. Alles wirkt zufällig und wenig durchdacht. Es wird mehr reagiert als agiert. Nüchtern betrachtet ist das präsentierte Projekt ein Wunschprojekt von Stefan Sziruscek gewesen: Neubau Feuerwehr in der Fabriksgasse und Bücherei mit Zusatzangebot in die Grabengasse (und leider auf Druck mancher auch ohne Zentrum für Kunst und feministische Forschung) und Verkauf der Liegenschaft der Bücherei am Kaiser-Franz-Ring.