Boulevard Grazer Straße: Nix is fix!
Experiment ohne Regeln
Die Grünen Wiener Neustadt üben scharfe Kritik an der geplanten Testphase zur Umgestaltung der Grazer Straße – und sprechen von einem teuren Experiment ohne Regeln.Die zentrale Frage ist einfach: Würde jemand zur Matura antreten, wenn von vornherein klar ist, dass nicht die eigene Leistung zählt, sondern die Willkür der Bewertung? Genau so stellt sich für die Grünen die aktuelle Vorgehensweise dar.
Mangelware Transparenz
Nach einem Arbeitsgespräch mit Stadtrat Dinhobl bleibt völlig offen, nach welchen Kriterien die geplante Testphase überhaupt beurteilt werden soll. Es gibt weder messbare Ziele, die durch eine Umgestaltung der Grazer Straße erreicht werden sollen noch konkrete Verkehrszählungen. Auch eine Einbindung der Bevölkerung ist nicht angedacht. Damit fehlt jede Grundlage für eine sachliche Entscheidung. Transparenz und Nachvollziehbarkeit? Fehlanzeige.Berichtet wurde, dass zunächst eine Detailplanung des Vorentwurfs von 2024 geplant ist, gefolgt von einer Testphase im realen Verkehr – mit Maßnahmen wie Fahrbahnverengungen, neuen Markierungen und geänderten Ampelschaltungen zwischen Auge Gottes und Wasserturm. Weder messbare Ziele noch konkrete Verkehrsdaten oder eine Befragung der Bevölkerung seien vorgesehen. Damit ist völlig offen, wie am Ende über eine Umsetzung entschieden wird. Ein schrittweises Vorgehen wird von den Grünen als durchaus sinnvoll bewertet. Aber ohne klar definierte und veröffentlichte Kriterien wird diese Testphase zur Blackbox.
Exit Szenario für ÖVP?
Für die Grünen drängt sich daher ein klarer Verdacht auf: Statt ernsthaft an einer Verbesserung der Verkehrssituation zu arbeiten, bereitet die ÖVP bereits ein politisches Exit-Szenario vor. Am Ende könnte es heißen, die Bevölkerung sei unzufrieden – und das Projekt werde still beerdigt.