Bildungschancen statt Trennung!
Die Sammelklassenfalle!
Ein neues Gesetz ermöglicht es nun Sonderschulklassen massiv aufzufüllen, in dem verschiedene Schulstufen und unterschiedliche Förderbedarfe organisatorisch zusammengelegt werden. Was als Flexibilität verkauft wird, führt in der Praxis unserer Gemeinde zu überfüllten Klassen. In einer Umgebung, die eigentlich Ruhe und individuelle Zuwendung bräuchte, entsteht so Unruhe und Überlastung. Das ist keine Förderung – das ist reine Verwaltung von Platzmangel.
Verantwortungslos: Abschieben aber nicht investieren!
Es ist politisch unverantwortlich, sich nur die wirtschaftlich bequemsten Rosinen herauszupicken.
Kinder aus der Regelschule in die Sonderschule auszugliedern, aber gleichzeitig die notwendigen Mittel für Raum und Personal zu verweigern, ist ein fatales Signal. Wer Sonderschulen als “Lösung” propagiert, sie dann aber finanziell aushungert und überfüllt, nimmt die schwächsten Glieder der Gesellschaft als Sparmaßnahme her. Das ist veraltet, diskriminierend und gegenüber Familien sowie Lehrpersonal verantwortungslos!
Volkswirtschaftlicher Weitblick: Chancen maximieren!
Wir müssen über die langfristigen Folgen sprechen: je früher wir Kinder isolieren, desto schwerer wird ihr Weg in ein selbstbestimmtes Leben.
Unser Ziel muss es sein, Barrieren so weit wie möglich abzubauen, damit so viele Kinder wie möglich als Erwachsene die Chance auf echte Anstellung am Arbeitsmarkt haben. Nur durch Inklusion von Anfang an ermöglichen wir jene Selbstständigkeit, die den Sozialstaat langfristig entlastet und den Menschen ihre Würde und echte Teilhabe zugesteht.
Inklusion ist die beste Investition in die Zukunft – für den Einzelnen und für die Gesellschaft!
Verstoß gegen internationales Recht (UN-BRK)
Österreich hat die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und sich damit völkerrechtlich verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem aufzubauen. Der UN-Fachausschuss rügt Österreich bereits seit Jahren für das Festhalten an der Separation. Wenn wir nun Klassen immer weiter auffüllen, statt Inklusion in den Regelschulen umzusetzen, entfernen wir uns noch weiter von diesen Menschenrechten.
Eine echte Alternative: 6 Jahre Volksschule!
Und zwar für alle! Anstatt Kinder bei kleinsten Auffälligkeiten in ein überlastetes Sonderschulsystem auszugliedern, brauchen wir ein Modell, das jedem Kind die Zeit gibt, die es braucht.
Das Konzept: Die Volksschule wird auf 6 Jahre verlängert. Ein Modell das in Ländern wie Schweden, Finnland oder Portugal seit Jahrzehnten zeigt, wie exzellente Bildung funktioniert.
Der Nutzen: Kinder mit Entwicklungsverzögerungen verlieren den enormen Druck der frühen Trennungen nach nur 4 Jahren. Gleichzeitig profitieren leistungsstarke Kinder von stabilen sozialen Gefügen und modernen Unterrichtsformen. Der Selektionsstress mit 10 Jahren entfällt.
Schluss mit der Politik des Wegschiebens und der Ausnutzung von Gesetzeslücken!
Verantwortung für unsere PädagogInnen!
Wer behauptet hinter dem Lehrpersonal zu stehen, darf ihm keine Klassen zumuten, die durch gesetzliche Schlupflöcher bis an die Belastungsgrenze aufgefüllt werden. Das führt zwangsläufig zu Erschöpfung und schadet am Ende auch der Entwicklung unserer Kinder.
Wir fordern:
- Eine moderne, 6jährige Volksschule als gemeinsamen Lernort für alle Kinder.
- Die Bereitstellung nötiger Ressourcen für Raum und Personal, solange das System auf Separation setzt.
- Echte Inklusion in der Regelschule statt voll gestopfter Sonderschulen.
- Die Einhaltung der Rechte, zu denen sich Österreich verpflichtet hat.
Bei der Bildung darf nicht gespart werden. Jedes Kind in unserer Gemeinde hat ein Recht auf einen Platz in unserer Mitte – mit der besten Förderung, die möglich ist!