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15.06.2026 Gemeinde-News

TUNNELBLICK ASFINAG-Märchen Nummer 3

Der Tunnel und die unberührte Lobau!

Die Lobau ist einer von sechs Nationalparks in Österreich. Diese einzigartigen und ökologisch wertvollen Lebensräume stehen aus gutem Grund unter besonderem Schutz. Die ASFINAG plant zwei Tunnelröhren, mit einem Durchmesser von jeweils 15 Metern unter dem hochsensible Auengebiet durch zu treiben. Es wird behauptet, dass es keine Auswirkung auf den Nationalpark geben wird. Aber namhafte Experten sehen das anders.

 

So hat zum Beispiel der ehemalige Chef-Geologe der OMV vor dem Tunnelbau gewarnt. Als Kenner der Geologie des Wiener Beckens ließ er keinen Zweifel daran, dass es nur negative Auswirkungen auf den natürlichen Grundwasserstrom geben kann, wenn sich die Bohrmaschinen in bis zu 60 Metern Tiefe durch alle durchlässigen Schotterschichten des Grundwasserkörpers wühlen.

 

Der Eingang zur Tunnelbaustelle in Transdanubien ist nur wenige Meter von der Lobau und unserem beliebten Badeplatz dem „Elferl“ entfernt. In den vergangenen Jahren gab es schon ohne Baustelle immer wieder Probleme mit der Wasserversorgung. Während der Bauphase muss das Grundwasser aus der Baugrube permanent abgepumpt werden. Das ist ein massiver Eingriff in den Wasserhaushalt, der nicht ohne Auswirkungen auf den Wasserstand der nahegelegenen Wasserarme bleiben kann.

Auch die Brunnen in der Umgebung könnten austrocknen, wenn der Grundwasserspiegel sinkt. Die Landwirtschaft ist immer mehr von der Bewässerung abhängig. Der Tunnelbau gefährdet somit die Existenz unserer Nahversorger aber auch die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.

 

Bereits im Rahmen der von der Stadt Wien beauftragten „Strategischen Umweltprüfung“ im Jahr 2003 wurde der Lobau-Tunnel als die schlechteste Variante mit dem höchsten Risiko für den Nationalpark eingestuft. Wichtige Aspekte in der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wurden nicht oder falsch berücksichtigt. So wurden laut Experten falsche Annahmen über den Grundwasserspiegel getroffen. Die Auswirkungen auf die im Erdreich lebenden Grundwassertiere wurden erst gar nicht berücksichtigt.

 

Der Nationalpark Donau-Auen zählt zu einem der letzten Rückzugsgebiete für selten gewordene Tiere und Pflanzen. Ihr Überleben ist von einem intakten Lebensraum abhängig, der auf dem sensiblen Grundwassersystem beruht. Um dieses Naturjuwel zu schützen, hat Wien sogar ein Radfahrverbot in der Unteren Lobau und massive Einschränkungen für Radfahrende in der Oberen Lobau ausgesprochen. Saftige Strafen für Zuwiderhandeln inklusive. Aber der Lärm und Staub einer Baustelle, die sich über mindestens zehn Jahre hinzieht und hunderte LKW-Ladungen Aushubmaterial täglich zu entsorgen hat, ist kein Problem?

 

Die Lobau leidet schon jetzt unter den Störungen des Wasserhaushalts. Die Obere Lobau hängt am „Tropf der Zuleitung“ aus der Neuen Donau. Die Untere Lobau ist am Vertrocknen und die Bilder von den verendeten Fischen, die tonnenweise entsorgt werden mussten, kann man nur schwer vergessen. Wien trägt die Verantwortung und wäre für die Rettung des Lobau zuständig. Aber dort hat man nur den Tunnel im Blick!