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14.02.2026 Gemeinde-News

Was ist die Gemeindevision wert?

Y und F vor Raika in Ollern

Was ist die Gemeindevision wert?

In der Gemeindevision für Sieghartskirchen, die im Sommer 2025 erstellt und im September 2025 im Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde, ist die Einrichtung eines „Dorftreffpunktes und Hauptplatzgestaltung Ollern“ ein zentraler Punkt. (Im Gebäude der ehemaligen Raika in Ollern). (Auch zu finden: „Gute Kommunikationsstruktur ermöglicht Austausch und Feedback“)

Eine Gemeindebürgerin hatte schon vorab viel Vorarbeit geleistet, Bewilligungen für die Errichtung eines Dorfcafes eingeholt. Die Bezirkshauptmannschaft hatte die Anrainer schon über das Bauvorhaben unterrichtet.

Nachdem ein zugezogener Zahnarzt angeboten hatte, 150.000.- Euro in die Renovierung der Räumlichkeiten zu investieren, um dort eine Wahlarztpraxis zu eröffnen, mit der Option auf eine Kassenstelle, war das Ergebnis des Bürgerbeteiligungsverfahrens vom Tisch.

Nach einem Hearing, an dem drei Entscheidungsträger (BM, Vize BM und die grüne GR Yasmin Dorfstetter) teilnahmen, sprach sich der Bürgermeister für die Zahnarztpraxis aus.

Bei der GR-Sitzung gestern hoben die Grünen hervor, dass ein Zahnarzt durchaus auch einen anderen Platz in der Gemeinde finden könne (sie boten sich als Hilfe bei der Suche an), ein Dorftreffpunkt für Ollern, für den schon viel Vorarbeit geleistet worden war, aber eben nur in Ollern errichtet werden könne. Sie stellten den Antrag, das Verfahren neu auszuschreiben.

Der Bürgermeister verwies in seiner Antwort darauf, dass die Gemeindevision und das Leitbild „nicht rechtlich bindend“ seien, der Zahnarzt so viel Geld investiere und es daher gerechtfertigt sei, zuerst nur die Betriebskosten und dann nur eine Miete von 450.- Euro zu verlangen und einen unbefristeten Mietvertrag auszustellen.

Viele soziale Einrichtungen „rechnen sich nicht“, weil sie Investitionen brauchen und viel freiwilliges Herzblut. Aber sie rechnen sich, weil sie helfen bei Themen wie Einsamkeit, Jugendarbeit, Zusammenhalt. Dieser Wunsch vieler Gemeindebürger*innen muss nun dem Geld weichen. Manche Gemeinderäte vermittelten den Eindruck, als seien sie nicht am Leitbild interessiert „Die Welt dreht sich weiter, ich will nicht mehr darüber reden“, meinte einer.

Der Antrag der Grünen wurde abgelehnt.

Die grüne Gemeinderätin Yasmin Dorfstetter, die sich in der Sitzung um eine konstruktive Lösung für beide Projekte bemüht hatte, zeigt sich enttäuscht: In der Gemeinde sollte man sich schleunigst eine Person für Leerstandmanagement zulegen, um genau solche Konflikte in Zukunft zu vermeiden.“

Wir Grüne sehen das als Armutszeugnis, wenn Bürgerbeteiligung so mit Füßen getreten wird und das soziale und finanzielle Engagement einer Bürgerin anscheinend nichts wert ist.

Yasmin Dorfstetter

Gemeinderätin

Energiebotschafterin

Tel: +43 676 7128675

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