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am 15. Juni

Wolfgipfel: Klares Bekenntnis zum Wolf in NÖ

Die Redaktion - Helga Krismer: „Ja zum Artenschutz, Ja zu den Bauern und Ja zum Wolf“

​Am 15. Juni 2018 haben wir zum ersten NÖ Wolfgipfel und damit zur sachlichen Diskussion über den Wolf in NÖ geladen. Vertreter vom ​WWF​, ​Landwirtschaftskammer​​​​ und ​Wilderness Society Austria​ stellen sich den Fragen der Journalisten und der Bevölkerung. Landesjäger DI Josef Pröll hat sich leider der Diskussion verweigert.

Unsere Landessprecher Helga Krismer: „Der Wolf ist nach Niederösterreich zurückgekehrt, das ist Tatsache. Aber Schwarz-Rot-Blau ignorieren das. Ein von den NGOs seit langem geforderter Wolfsgipfel wurde bis heute vom zuständigen Landeshauptfraustv. Stephan Pernkopf nicht einberufen. Die Grünen NÖ übernehmen daher heute diese Aufgabe und eröffnen die Diskussion. Immer wieder werden Landesjäger und die ÖVP NÖ nicht müßig medial zu betonen, dass es keinen Platz für den Wolf in Niederösterreich gibt. Wir geben den Wolf nicht auf.“

Nahmen am Wolfgipfel teil: v.l. Daniel Heindl (LK NÖ), Helga Krismer (Grüne NÖ), Max Rossberg (Wilderness Society Austria) und Christian Pichler (WWF)
ein sicheres miteinander organisieren

Bis ins 19. Jahrhundert war der Wolf in ganz West- und Mitteleuropa verbreitet, wobei er letztendlich vom Mensch fast vollständig ausgerottet wurde. Erfreulicherweise erholen sich die Bestände ganz langsam, und nach mehreren Einzelsichtungen in den letzten Jahren kam es in der Nähe von Allentsteig im Jahr 2016 erstmals zu einer nachweislichen Reproduktion. Es ist ganz erfreulich, dass sich die Wolfsbestände wieder erholen. Der Wolf ist europarechtlich, bundesrechtlich und auch landesrechtlich sehr streng geschützt. Nun wird es darum gehen, die weitere Verbreitung des Wolfes zu kontrollieren, ein sicheres Miteinander mit den Menschen zu organisieren, um sowohl der Bevölkerung, den LandeigentümerInnen, den BäuerInnen, den SchafhirtInnen, der JägerInnenschaft als auch dem Wolf Schutz und Sicherheit zukommen zu lassen.​​

welche maßnahmen wir brauchen

Helga Krismer setzt fort: „Um ein konfliktfreies Miteinander von Anfang an sicherstellen zu können, braucht es hier mehrere präventive Maßnahmen: Aktuell fehlen in Niederösterreich ein klares Konzept zum Schutz von Tierherden vor dem Wolf, klare Regeln zur Schadensabgeltung und eine Struktur zum Umgang mit möglichen "Problemwölfen". Wir fordern Maßnahmen, um sowohl die Chancen durch die Wolfsrückkehr zu nutzen als auch die dadurch entstehenden Herausforderungen bewältigen zu können. Chancen liegen in den positiven Auswirkungen auf das Ökosystem - so werden beispielsweise die Wildbestände reduziert und vitaler.

Es braucht daher einen niederösterreichischen Wolfmanagementplan, ein effektives Herdenschutzprogramm für Weidetiere, Informationsarbeit und ein regelmäßiges Wolfsmonitoring in unserem Bundesland. Dabei wäre es ungemein wichtig, insbesondere das Herdenschutzprogramm in Niederösterreich so rasch wie möglich zu starten. Denn wenn Wölfe merken, wie schwer es ist, ein Schaf zu reißen, wenden sie sich ab und konzentrieren sich auf Wildtiere als Beute. Dieses Verhalten hat man in anderen Ländern genau beobachtet. Deshalb braucht es auch einen Erfahrungsaustausch mit den anderen Bundesländern und anderen europäischen Ländern“.

die bäuerinnen und bauern dürfen nicht auf der strecke bleiben

Der Wolf ist in Niederösterreich da, es kommt nur darauf an, wie wir damit umgehen. Die Maßnahmen dafür sind bekannt. Auch die Akzeptanz dafür ist vorhanden. Sind doch laut Erhebung des Wolfsexperten Kotrschal 70 Prozent der ÖsterreicherInnen für die Wiederansiedelung des Wolfes. „Wir werden Maßnahmen und die Akzeptanz des Wolfes weiterhin einfordern. Wer Ja zum Artenschutz sagt, sagt Ja zu den NÖ Bauern und Ja zum Wolf in unserem Bundesland. Es muss also für Niederösterreich möglich sein, dass der Wolf hier seinen Lebensraum bekommt. Es muss aber feststehen, die Bäuerinnen und Bauern dürfen nicht auf der Strecke bleiben“, schließt Helga Krismer ab.