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am 13. September 2013

Müll aus Neapel in NÖ: Was soll der Mist?

- Die ersten Züge mit Müll aus Neapel sind bereits in der EVN Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr eingetroffen. 90.000 Tonnen sollen es jährlich werden. Die EVN und die Müll-Mafia machen damit Geld. Für die Umwelt und die Menschen in der Region ein ökologischer Supergau!

​Johannes Schollz, Ulli Fischer, Madeleine Petrovic und Christiane Brunner vor der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr.
„Bei den Bürgerversammlungen 1999 bis 2000 wurde uns – den Menschen in der Region – zugesagt, dass in der Müllverbrennungsanlage Dürnrohr Müll aus Niederösterreich verwertet wird. Mülltourismus sei kein Thema. Man habe genug Müll. 2013 macht die EVN mit dem Import von Müll aus Neapel – 90.000 Tonnen pro Jahr sollen es sein – nun mächtig Profit. Zu Lasten der Gesundheit der Menschen und zu Lasten der Umwelt“, fasst Johannes Scholz, Grün-Gemeinderat aus Tulln, den derzeitigen Unmut in der Region über den Import von Müll aus Neapel zusammen.

Bewusstsein für Müllvermeidung steigt

​Fassungslos ist auch Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen im Parlament:
„Im Zuge der Projektierung der Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz wurde uns dasselbe versprochen. Dort haben wir Grüne und Bürgerinitiativen zum Glück den Bau der Müllverbrennungsanlage noch erfolgreich verhindern können. Fakt ist nämlich: in Österreich sind die Menschen bei Mülltrennung bereits top. Auch in der Müllvermeidung steigt das Bewusstsein. Das Problem ist aber, dass niemand weiß, wie hoch der Bedarf unserer Müllverbrennungsanlagen ist, um zu eruieren, ob manche Standorte bzw. neue Projekte nicht bereits obsolet sind. Auf Bundesebene ist der Bedarf aber kein Kriterium für den Bau einer derartigen Anlage. Theoretisch können damit auch 3 Anlagen in kurzen Abständen genehmigt und gebaut werden. Ob sie ausgelastet sind mit heimischen Müll ist irrelevant. Genau das öffnet dem Mülltourismus Tür und Tor“, weiß Christiane Brunner, die diese gesetzliche Änderung im Parlament mit Hilfe des ÖVP-Umweltministers bereits ändern wollte. Ihr Antrag wurde allerdings schubladisiert.

Petrovic ruft Grüne in Brüssel auf den Plan

​Madeleine Petrovic prangert im Zuge des heutigen Pressegesprächs in Zwentendorf an, dass selbst auf EU-Ebene eine Regelung fehlt, die es verbietet, dass man mit Müll aus dem Ausland Profit machen darf.
„Wir alle wissen, dass der Müll aus Neapel nicht getrennt wird. Damit holt man sich gefährliche Dioxine, Quecksilber und andere Schadstoffe ins Land. Die Belastung für Umwelt und Gesundheit in der Region ist bereits dramatisch. Wir werden im NÖ Landtag daher entsprechende Anträge setzen, um das Abfallwirtschaftsgesetz dahingehend zu ändern. Eine Bedarfserhebung der NÖ Müllverbrennungsanlagen muss ebenfalls durchgeführt werden. Immerhin gibt die EVN selbst zu, dass sie auf den Müll aus Neapel nicht angewiesen ist. Darüber hinaus will ich transparente Anlagen. Wie wird der Müll kontrolliert? Wie wird entsorgt und was genau ist in dem ausländischen Müll“, so Petrovic.

Petrovic wird auch die Grünen in Brüssel einschalten, um „die Züge der Schande, die mit dem Mafia-Müll nach Zwentendorf reisen“ zu stoppen.