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am 1. April

Silvia Moser: „Land muss Vorbild im Pflegebereich sein und auch seine Kontrollfunktion über alle Pflegeeinrichtungen wahrnehmen!“

Die Redaktion - Unsere Sozialsprecherin zu den aktuellen Vorwürfen gegen Pflegepersonen in einem privaten Heim in Niederösterreich

Nur kurze Zeit nach den Urteilsverkündungen im Pflegeheimskandal von Kirchstetten tauchen neue Vorwürfe gegen einige Pflegepersonen in einem privaten Heim in NÖ auf. Vier Mitarbeiter*innen sollen Bewohner*innen vernachlässigt und gequält haben.

Für Silvia Moser, unsere Sozialsprecherin, liegen die Ursachen solcher schrecklichen Taten nicht nur in der persönlichen Schuld Einzelner, sondern sind auch ein Symptom der falschen Personalpolitik im Pflegebereich. „Über Jahre wurde in den Pflegeheimen extrem an Personal eingespart und zusätzlich der Pflegeschlüssel so verändert, dass immer weniger hoch qualifizierte Pflegepersonen tätig sind. Gerade die privaten Heimträger sind dabei vorgeprescht“, meint Moser. Der Druck auf die einzelnen Mitarbeiter*innen ist dadurch ständig angestiegen und führt zu Überlastung und psychischen Ausnahmesituationen. Die zusätzliche Belastung durch die Covid-Krise macht die Situation für viele fast unerträglich.

Pflegeberufe sind durch diese Personalpolitik immer unattraktiver geworden, ein Grund, warum im Pflegebereich großer Personalmangel herrscht. Damit die Pflegeberufe wieder attraktiver werden, müssen die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert, die Personalschlüssel überarbeitet und die Bezahlung angehoben werden. „Dabei muss das Land Niederösterreich, das für 50 Pflege-, Förder- und Betreuungszentren und 27 Kliniken verantwortlich ist, als Vorbild vorangehen und muss ebenso seine Kontrollfunktion über alle Pflegeeinrichtungen des Bundeslandes entsprechend wahrnehmen “, fordert Moser.

Junge Hände auf alten Händen mit Gehstock