Skip to main content
07.04.2022 Gemeinde-News

Licht und Schat­ten

Wenn die Nacht zum Tag gemacht wird ...

Durch ungünstig platzierte Straßenlaternen haben einige Bewohner*innen in Hipples und Karnabrunn quasi auch in der Nacht Tageslichtsituation. Selbst dicke Vorhänge oder Rollos helfen/schützen nicht. Ein erholsamer Schlaf ist dadurch nicht möglich bzw. führt der Mangel an notwendiger Dunkelheit (Biorhythmus) vermehrt zu Schlaflosigkeit. Darüber hinaus fördert eine durchgehende Beleuchtung die Lichtverschmutzung – ein immer größer werdendes Umweltproblem unserer Zeit, das auf Menschen, Tiere und Natur gleichermaßen negativen Einfluss hat.

In einem Antrag an die Gemeinde wurde um Abschaltung einzelner Straßenlampen während der Kernnachtzeiten ersucht und zwar ungeachtet der Jahreszeit sowie unabhängig von Wochenenden und Feiertagen, an allen Tagen der Woche. Bei der Laterne, die direkt vor meinem Schlafzimmerfenster steht, passiert das bereits von Montag bis Freitag von 23:30 – 4:30 (ist also technisch möglich), nicht jedoch am Wochenende.

Ein positiver „Nebeneffekt“ einer Abschaltung wäre, dass eben durch Dimmung und/oder „Intervallschaltung“ Energie- und Wartungskosten gespart werden können bzw. Autofahrer*innen ihr Fahrtempo reduzieren. Man kann also ganz klar von einem Mehrwert sprechen.

Der dafür zuständige Ausschuss ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Anbringen eines von der Erzeugerfirma nicht entwickelten Blendschutzes einen Garantieverlust nach sich ziehen würde, womit der eingebrachte Antrag als erledigt betrachtet wurde. Auf das eigentliche Ansuchen, die Laternen zu bestimmten Zeiten abzuschalten, wurde nicht (weiter) eingegangen.

Unabhängig davon sollten zukünftig, auch in unserer Marktgemeinde, nur abgeschirmte Leuchten eingesetzt werden, die das Licht ausschließlich auf die Straße lenken. Sie wirken dann weniger blendend und dämmen die Lichtverschmutzung im Umkehrschluss ein. In einigen Ländern der EU gibt es bereits entsprechende Gesetze.

Alternativ könnten man überlegen, ob die jeweilig platzierten Lampen wirklich gebraucht werden, ob bei einer Hausbeleuchtung nicht auch Bewegungsmelder ausreichen würden, ob die Straßenbeleuchtung unbedingt nächtelang durchbrennen muss. Zahlreiche österreichische Gemeinden wie beispielsweise auch unser Nachbarort Hornsburg, wo in der Nacht jede 2. Straßenlaterne abgeschaltet wird, leben das bereits positiv vor.

Silvia Bayer

GF-Gemeinderätin, Klubsprecherin
Klimaschutz fängt vor der eigenen Haustüre und in unseren Gemeinden an!

[email protected]
Beitrag teilen
1
2
3
4
5
6
7
8