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30.06.2022 Pressemitteilung

Nach 40 Jah­ren Be­ton­po­li­tik kom­men nun die Wind­kraft­lü­gen

Windräder

Was die VP-Landesspitze an Lügen über den Windkraftausbau verbreitet, hält dem Faktencheck nicht stand

„Wer glaubt, dass Johanna Mikl-Leitner nur bei Ballkleidern jede Bodenhaftung verloren hat, liegt falsch. Leider“, bedauert Niederösterreichs Grünen Landessprecherin Helga Krismer. „Denn dieser unterhaltsame Unfug der Landeshauptfrau lenkt von noch bizarreren Klima-Aussagen der VP-Chefin ab.“ Und die, so die Sprecherin der Opposition in Niederösterreich, „sind leider schwerwiegender als die Ballkleid-Lachnummer.“

Denn beim Treffen mit den Vertreter:innen des „Klimarates“ schwadronierte die VP-Politikerin gemeinsam mit ihrem Umwelt- und Energie-Landesrat Stephan Pernkopf über die von ihr so gerne zitierte „Windenergieoffensive“ des Landes. Demnach las man dann in diversen Medien, würden in Niederösterreich „200 Windräder neu errichtet“. 750 verstärkt. Und die „Energiegewinnung aus Windkraft verdoppelt“.

Letzteres ist längst falsifiziert: Die VP-PR geht da nämlich von etlichen Jahren alten, längst überholten Zahlen aus, betont Helga Krismer: „Die neue VP-Unverschämt sind aber die Windradzahlen: Die sind vollkommen aus der Luft gegriffen.“ Es gebe, Krismer, „nur zwei Lesarten für die windigen Ansagen des sich selbst wohl für dynamisch haltenden Duos Pernkopf & Mikl-Leitner: Entweder lügen sie ganz bewusst – oder sie sind komplett ahnungslos. Ich weiß nicht, was da die weniger schlimme Option ist.“

 

Faktencheck: Ausschließlich falsche Zahlen
Denn die Fakten, betont die Grünen-Chefin (die dafür bei der IG-Windrad nachfragte), sprechen eine klare, gänzlich andere Sprache: „Im letzten Jahr wurden in Niederösterreich gerade einmal 20 Windräder errichtet. Heuer sollen es 38 werden. Für 2023 ist die gleiche Größenordnung angepeilt: Von 200 Windrädern in einem realistischen Zeitraum sind wir Lichtjahre entfernt!“ Und auch beim angeblich so grandiosen Windanlagen-Verstärken log die Landesspitze den Klimarat an, dass sich die Balken bogen: „Von den bestehenden rund 730 Windrädern wird nur ein kleiner Teil ‚repowert‘ werden“, zitiert die Oppositionschefin aus der Beantwortung ihrer Anfrage durch die IG-Windkraft. Und weiter: „Wir gehen hier von maximal 280 Windrädern aus.“

Aber es kommt noch dicker: Während Mikl-Leitner und Pernkopf stets von einer „Windkraftoffensive“ im Land fabulieren, sehen Wahrheit und Wirklichkeit gänzlich anders aus, weiß Helga Krismer: „Windkraftprojektbertreiber:innen tun sich auch jetzt noch selbst in vom Land ganz offiziell dafür ausgewiesenen Zonen sehr schwer, überhaupt eine Genehmigung zu bekommen.“

40 Jahre mit Vollgas auf die Tunnelwand zu

Doch als ob das alles nicht genug wäre, „entblödet sich Mikl-Leitners Satellit Pernkopf nicht, in Interviews wiederholt zu behaupten, die Windstille sei von den Grünen verursacht. Sie würden Windprojekte blockieren: Als nächstes behauptet Pernkopf wohl, die Erde sei eine Scheibe.“

Wobei die Grünen-Chefin schon weiß, woher die Wind-Lügen und Öko-Worthülsen der VP-Granden kommen: „Über 40 Jahre hat die ÖVP in diesem Land alles blockiert, torpediert, be- oder verhindert, was ihre Ressourcen-vernichtende Betonier-Politik auch nur in Frage stellte. 40 Jahre sind sie mit Vollgas auf die Tunnelwand zugerast. 40 Jahre haben sie der Gas- und Öl Lobby, den Putins, den Oligarchen, den Konzernen und Despoten den Hof gemacht und den roten Teppich ausgerollt. 40 jähre haben sie die Zukunft ihrer eigenen Kinder ihrer Gier und Arroganz geopfert.“ Doch jetzt, schließt Krismer „erkennen sogar sie selbst, wohin uns ihre Gier und ihr Egoismus gebracht habe. Sie suchen einen Schuldigen: Was liegt da näher, als auf jene zu zeigen, die seit 40 Jahren darauf hinweisen, dass es so nicht weiter gehen kann?”

Die Redaktion
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