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07.07.2022 Pressemitteilung

End­lich den Wind­kraft-Turbo zün­den!

Windrad

Das peinliche Selbstlob der Landesregierung in Sachen Windenergie kann über eines nicht hinwegtäuschen: Die Energiewende braucht Taten, nicht Floskeln

„Das reicht nicht. Bei weitem!“ So kommentieren Helga Krismer und Georg Ecker die Ansagen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihrem Stellvertreter Stephan Pernkopf, wonach in der Vergangenheit in Niederösterreich bereits mehrere Windräder errichtet worden seien. Grüne Landessprecherin Krismer und Abgeordnete Ecker „können dieses Selbstlob und diese Angeberei nicht mehr hören: Wir stecken bis zum Hals mitten in einer Klima- und Energiekrise. Putin spielt über die Gas-Schraube mit der Angst vor einem kalten Winter. Um das Schlimmste zu verhindern, reaktiviert Österreich sogar Kohlekraftwerke. Aber Niederösterreichs VP-Granden tun weiter noch so, als wäre es genug, sich an Öko-Energie-Zielen zu orientieren, die 2014 definiert wurden – und schon unter den damaligen Bedingungen das Gegenteil von ambitioniert waren.“ – Und noch mehr: Die Landeshauptfrau selbst hat noch vor kurzem gesagt, sie will kein einziges neues Windrad in Niederösterreich. „Das Alte Denken dringt bei der ÖVP Niederösterreich sehr leicht an die Oberfläche. Beim Windkraftausbau darf es jetzt aber kein Zögern und Zaudern mehr geben“, sagt Ecker.

 

Zur Erinnerung: Wenn die VP-Landesregierung sich selbst dafür lobt, dass in Sachen Windkraft alles „nach Plan“ verläuft oder Windenergieerträge „verdoppelt“ werden sollen, geht sie zehn Jahre alten Daten aus. Und das Ziel ist ebenfalls weit weg: 2030. Daran haben bisher weder Klimakrise noch Putins Ukrainekrieg etwas geändert: „Windkraftbetreiber sagen, ein schnellerer und intensiverer Ausbau wäre machbar. Aber an der Trägheit, Unlust und Verzögerungen von Behörden und Polit-Blockierern, die uns über 40 Jahre an Öl- und Gas-Lobby auslieferten, hat sich nichts geändert: Sie tun nichts – und strapazieren lieber das bequeme Märchen vom ‚Wind-Musterschüler Niederösterreich‘ als endlich zu tun, was das Gebot der Stunde ist: Den Wind-Turbo endlich zu zünden.“

 

Denn dass in Niederösterreich der Wind für Windenergie perfekt bläst, ist ein Geschenk und „kein Verdienst der ÖVP“ betonen Ecker und Krismer.  Das „Wind-Geschenk“ sei darüber hinaus Verpflichtung: „Sich als ‚Wind-Meister‘ aufzupudeln ist peinlich: Niederösterreich ist kein autonomer Staat, sondern eines von neun Bundesländern Österreichs. Wenn Niederösterreich von diesen neun die besten Windkraft-Voraussetzungen hat, ist es gerade in der heutigen Situation infantil und jenseitig, damit zu prahlen – statt des Potenzials für alle optimal zu nutzen.“

 

Derzeit sind nur 1,5 Prozent der Landesfläche Niederösterreichs für Windkraft gewidmet. Eh super? Naja. Die beiden Grünen-Politiker:innen schauen nämlich auch über den Tellerrand: „In Deutschland wurde gerade jedes Bundesland verpflichtet, zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie zur Verfügung zu stellen. Mindestens! Aber Niederösterreich sagt ‚wir sind soooo toll‘ – obwohl es einfach wäre, auf weit mehr Fläche weit mehr Wind zu „ernten“.“ Angesichts der Energie- und Klimakrise müsse man sich bewegen. Aber den Wind-Turbo will Niederösterreich dennoch nicht zünden: Auf dem Weg zur sauberer, sich selbst erneuernder, immer verfügbarer und emissionsfreier Energie aus Wind sind wir weiterhin im Schritt-, wenn nicht im Kriechtempo unterwegs.“

 

Die Forderung der Grünen ist klar – die Zahlen und Ziele des Landes gelte es neu zu definieren: „Die IG-Windkraft spricht von einem Bedarf von über 300 tatsächlich neuen Anlagen.“, betonen Helga Krismer und Georg Ecker, „darum: Schluss mit dem Selbstlob. Schluss mit Selbstzufriedenheit: Schluss mit halben PR-Lösungen. Was bisher geschah, was derzeit geschieht, ist zu wenig: Das reicht nicht! Wir brauchen mehr Windräder – und das schnell.“

 

Deshalb schließen die Vertreterin und der Vertreter der Opposition im NÖ-Landtag, werden „wir Grünen weiter dafür kämpfen, dass nicht nur eitel der Status quo bejubelt wird – sondern endlich alle Potenziale genutzt werden.“

 

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