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14.03.2022 Gemeinde-News

LIT­TE­RING

Littering

Was man an unseren Straßenrändern so findet

Schwupps – und weg ist der Dreck. „Littering“ lautet der Fachbegriff für das achtlose Wegwerfen von Müll – häufig aus dem fahrenden Auto. Diese Abfälle sehen nicht nur unschön aus, sondern haben zudem erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt. Wie gehen Sie eigentlich damit um? Jeder weiß heutzutage, dass man Müll nicht einfach irgendwohin werfen soll. Dennoch sehen wir immer wieder Gegenteiliges. Getränkedosen, Plastikflaschen sowie diverse Verpackungen von bekannten Fastfood Ketten zieren unsere Straßenränder. Und nicht zu vergessen: weggeworfene Zigarettenkippen. Sie sind im trockenen Sommer im wahrsten Sinne des Wortes „brandgefährlich“ und zählen gemäß einer Studie der WHO aus 2017 zu den am meisten weggeworfenen Gegenständen überhaupt. Die MA48 der Stadt Wien schätzt die Menge „gelitterter“ Zigarettenstummel auf 499 Tonnen pro Jahr und verweist sowohl auf den hohen Arbeitsaufwand für Aufsammeln und Entsorgung als auch auf die Belastung von Boden und Grundwasser.

Was motiviert mich, diesen Artikel zu schreiben? Es ist ganz einfach erklärt: Schon über Jahre fällt mir der Mist entlang unserer Straßen auf und nicht erst einmal habe ich spontan zu Müllsack und Einweghandschuhen gegriffen. Nur ein Beispiel vom April 2021: Zu meiner „stolzen Beute“ zählten unter anderem 38 Getränkedosen (übrigens 35 davon Bierdosen) zwischen Kleinebersdorf und Großrußbach. Wäre mein Sack nicht schon übervoll gewesen – es wären noch mehr geworden. Bei so einem Spaziergang kommt mir so mancher Gedanke: Wer macht so etwas? Ist es gar jemand, den ich kenne? Was ist der Grund dafür? Ich bin betrübt und nur so nebenbei: Alkohol und Autofahren passt für mich persönlich überhaupt nicht zusammen.

Um dieses Phänomen besser zu verstehen, setze ich mich an den Computer und recherchiere: Eine Studie des Umweltministeriums aus dem Jahr 2018 lehrt mich einiges über Ursachen und Motive: An allererster Stelle steht laut Angaben von Befragten Bequemlichkeit gefolgt von Gleichgültigkeit. Meine Besorgnis und Verwunderung wachsen zusehends. Als weitere Gründe sind unter anderem kein Abfallbehälter in der Nähe, Eile und Stress, mangelnde Erziehung und alkoholisiert sein genannt. Naja, das würde zumindest die Bierdosen erklären …

Nachstehende ökologische Folgen werden aufgezeigt: Negative Auswirkung auf die Umwelt wie zum Beispiel Verletzungsrisiko für Wild- und Weidetiere; stark zerkleinertes Mikroplastik landet in den Mägen der Tiere und es entstehen Verunreinigungen von Boden und Pflanzen. Diese findet sich in Getreide, Kartoffel, Tierfutter, etc. wieder – also letztlich in unserem Essen. Ökonomisch gesehen können theoretisch wiederverwertbare Materialien nicht in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden und es entstehen unnötige Kosten für die Einsammlung und Entsorgung.

Was also tun? Hoch angesetzte Strafen sind wahrscheinlich nicht der Weisheit letzter Schluss, denn generell gilt: Wo kein Kläger da kein Richter. Aus meiner Erfahrung beginnen die „Müllzonen“ entlang unserer Straßen nach der ersten Kurve/dem ersten Hügel nach dem Dorf und somit außer Sichtweite. Da wäre noch das bereits andiskutiertes Pfandsystem zu erwähnen. Die Umsetzung scheint in Österreich per 2025 gesichert – eine begrüßenswerte Entwicklung. Unsere deutschen Nachbarn machen es jedenfalls erfolgreich vor: Bereits mit 1. Jannuar 2003 hat man begonnen, das sogenannte Dosenpfand schrittweise einzuführen (richtige Bezeichnung Einwegpfand und bezieht sich nicht nur auf Dosen). In Rom habe ich schon vor einigen Jahren beobachtet, dass bei U-Bahn Stationen Pfandautomaten für Plastikflaschen aufgestellt sind. Der Lohn für die richtige Entsorgung ist ein Gratis-Ticket für den Nahverkehr. Beides gute Konzepte, wie ich meine, und ich sehe für uns in Österreich in diese Richtung Chancen und Möglichkeiten.

Ob nun Bestrafung oder Belohnung der richtige Weg sind? Ehrlich gestanden, ich vermag es nicht zu beurteilen, doch eines weiß ich gewiss: Österreich gehört nachweislich zu den saubersten Ländern der Erde und das soll auch so bleiben. In puncto Bequemlichkeit, Erziehung unserer Kinder und Achtsamkeit gegenüber der Natur können wir ganz einfach etwas tun. Die gute Nachricht: Es ist sogar kostenlos und wir können sofort mit der Umsetzung beginnen: Ändern wir unser Bewusstsein und unsere Einstellung zu dem Thema und behalten wir unseren Müll für uns!

Christine Widy

Teammitglied

Meine Werte sind Chancengleichheit, Transparenz und ein wertschätzendes Miteinander!

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